Der Gasthof Ochsen (Baujahr 1761) befindet sich am südlichen Rand der Kernzone an der Einmündung der Kirchgasse in die Hauptstrasse in Reinach/BL. Vis-à-vis liegt die Parzelle, die im Rahmen der Quartierplanung Stadthof entwickelt wird. Schräg gegenüber wird der Ernst Feigenwinter-Platz zum Kulturplatz aufgewertet werden. Direkt angebaut ist die Liegenschaft Kirchgasse 12, ein erhaltenswertes Schutzobjekt.

Der Ochsen wird ab 2022 saniert und betrieblich neu positioniert. Geplante Eröffnung: Frühjahr 2023. Dabei soll das sich bietende Potenzial ausgeschöpft werden: mit dem erneuerten Ochsen als «Eckstein» am Rand der Kernzone, als Auftakt zur aufgewerteten Kirchgasse, zum Ernst Feigenwinter-Platz und zum Stadtpark, als Beitrag zur Freiraumentwicklung und als Gastro- und Arbeitshaus, das zur Belebung des Reinacher Zentrums beiträgt. Neu heisst das Gebäude und das gleichnamige Restaurant «Ochseneck».

Steckbrief

Adresse: Hauptstrasse 41, 4153 Reinach
Baujahr: 1761
Parzelle: Nr. 180
Zone: Kernzone
Parzellenfläche: 739 m2
Eigentümer: Ochseneck GmbH

Reinach gehört zum Wirtschaftsraum Nordwestschweiz und zur Agglomeration Basel.Daher haben sich in den letzten Jahren viele bekannten Firmen in dieser Stadt niedergelassen. Besonders die beiden grosszügigen Industriezonen Kägen und Schönmatt bieten Raum dafür. Ein Vorteil bietet auch der Anschluss an die Talstrasse H18 (Autostrasse) welche ihrerseits Reinach mit Basel, dem Rest der Schweiz verbindet. Reinach hat rund 20’000 Einwohnerinnen und Einwohner (2019).

Nutzung

Bistro/Restaurant

Das Restaurant wird rundum erneuert und soll neu positioniert werden. Für die Gastronomie stehen zukünftig 30 Innenplätze, plus ein Sitzungszimmer/Sääli mit weiteren 20 Sitzplätzen, sowie ein neu konzipiertes Gartenrestaurant mit 26 Plätzen zur Verfügung. Fläche insgesamt 135 m2 (davon 61 m2 Nebenräume: Küche und Lager). Erneuert werden neben der Küche auch sämtliche sanitäre Einrichtungen. Zusätzlich erhält das Restaurant genügend Lager- und Kühlräume.


Coworking Ochseneck

Flair des ehemaligen Gasthofs am südlichen Rand des Reinacher Zentrums soll reaktiviert und als «Coworking Ochseneck» in die Zukunft transportiert werden. Mit der Nutzung als Atelierhaus entspricht die Eigentümerschaft dem Bedürfnis vieler Kleinstfirmen, Dienstleistungsbüros, Kreativwirtschafter und Freischaffenden, ihrer Arbeit nicht isoliert, sondern in einem gemeinschaftlichen Umfeld nachzugehen und sich die Basisinfrastruktur mit anderen zu teilen. Im Erdgeschoss entsteht ein Café-Bistro mit Aussenfläche. Die Nutzung des hinteren Gebäudeteils mit dem Coiffeursalon und den Wohnungen bleibt bestehen. Für das Coworking im 1. Stock stehen 166 m2 zur Verfügung. Die Räumlichkeiten im 1. und 2. Stock werden mit einem Lift erschlossen. Sämtlicher Räumlichkeiten werden barrierenfrei konzipiert.


Referenzen

Gemeinschaftliche Arbeitsorte erfreuen sich in der Region Basel grosser Beliebtheit: Gewerblich geprägt sind die Ziegelei Oberwil mit 110 Ateliers, Büros und Werkstätten, das Areal Walzwerk in Münchenstein und das Warteck in Basel. Von Kreativschaffenden genutzt sind das Bollag, das Stellwerk St. Johann und die Genossenschaft Grenze in Basel. Coworking-Angebote für Firmen und Freischaffende finden sich unter anderem bei Regus, Fluxdock und im Unternehmen Mitte. Mit dem Business Parc in Reinach wird Start-up-Firmen ein professionelles Umfeld geboten.


Betrieb

Das Ochseneck wird von der Eigentümerschaft an eine, allenfalls zwei Mietparteien vermietet. Der Betreiber des Restaurant-Café-Bistro erhält einen eigenen Mietvertrag. Oder er ist Teil des Gesamtkollektivs bzw. Generalmieters, welches die gesamten Flächen betreibt. Dabei kann es sich um eine bestehende Institution handeln – beispielsweise eine vor Ort ansässige Genossenschaft – oder eine eigens gegründete Betreiberinstitution. Mit dem Betriebskonzept «Coworking Ochseneck» werden explizit Reinacher Kleinstfirmen, Büros und Freischaffende angesprochen.

Bauliche Massnahmen

Der ehemalige Gasthof Ochsen wird umfassend und kostenbewusst saniert. Alt und neu ergänzen sich. Mit punktuellen Eingriffen werden zeitgenössische Akzente gesetzt, so etwa mit vergrösserten Fensteröffnungen zur Hauptstrasse und zur Kirchgasse. Im Innern werden spätere Einbauten und Verkleidungen zugunsten der ursprünglichen Bausubstanz rückgängig gemacht. Im Erdgeschoss werden die Gastroflächen neu disponiert. In den Obergeschossen werden der bisherige kleine Saal, die Nebenräume und die Gästezimmer sanft saniert und als Arbeits- und Atelierräume im Edelrohbau vermietet.
Für Planung und Umbau ist das Büro Nussbaumer Trüssel aus Basel zuständig: https://www.nussbaumertruessel.ch Verantwortlicher Architekt: Thomas Nussbaumer.


Aufwertung des Aussenraums

Die südlich und westlich ans Haus angrenzenden Aussenflächen sind ein prägendes Merkmal und bieten viel Potenzial. Durch deren Aufwertung soll ein Beitrag geleistet werden zur Weiterentwicklung und Attraktivitätssteigerung der Reinacher Freiräume. Heute von parkierten Autos dominiert, soll der Aussenraum künftig mehreren Zwecken dienen: entlang der Hauptstrasse als Teil der kürzlich erfolgten Strassenaufwertung, als bewirtete Aussengastronomiefläche des Restaurant-Café-Bistro, als Aufenthalts- und Vorbereich des neuen Ladens und des bestehenden Coiffeursalons sowie als begrünter Auftakt zur Kernzone und zum Ernst Feigenwinter-Platz. Die Zahl der Parkplätze wird dabei reduziert.

Die Liegenschaft Ochsen ist optimal an den öffentlichen Verkehr angebunden. Die Haltestelle des 11er-Trams liegt 20 Meter von der Liegenschaft entfernt. In nächster Nähe befinden sich auch die Haltestellen der Buslinien 62 und 64.

Mit der baulichen und betrieblichen Neupositionierung des Ochsen und der attraktiv gestalteten Aussenfläche wird ein Beitrag geleistet an die übergeordneten Ziele der Gemeinde Reinach: Belebung Zentrum, Freiraumentwicklung, Aufwertung und Stärkung der Kernzone unter den Aspekten «Tradition Kultur Erholung», Gewichtung der dörflichen Qualitäten gemäss Strategiepapier der kooperativen Zentrumsentwicklung Reinach, Entwicklung Kirchgasse und Ernst Feigenwinter-Platz. Die Aussenfläche des Ochsen ist im Zonenplan Siedlung als «ortskerntypische Freifläche» verzeichnet. Eine entsprechend hochwertige Gestaltung und Nutzung trägt diesem Umstand künftig Rechnung.

Der «autofreie» Teil der Aussenfläche ist zwar Privatgrund, ist aber uneingeschränkt zugänglich und dient als öffentliche Aufenthalts- und Begegnungsfläche – für Fussgänger und für die Gäste des Restaurant-Café-Bistro.

Kontakt und weitere Informationen

Christoph Meury

Gabriela Grellinger

Mitch Meury